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Saab-Docksta – Einsatzboote aus einer Familie für unterschiedliche Zwecke

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Das Fähigkeitsspektrum moderner Streitkräfte umfasst neben dem Kampfauftrag auf hoher See zahlreiche weitere Einsatzoptionen, z.B. für Hilfs-, Rettungs- und Evakuierungseinsätze sowie den Schutz von Häfen, Zufahrtswegen über See; nicht zuletzt aber auch die Abwehr von asymmetrischen und/oder terroristischen Bedrohungen. Für diese Zwecke bedarf es geeigneter Seefahrzeuge, wobei sich die Anforderungen für den jeweiligen Auftrag deutlich unterscheiden können.

Reichweite, Seeausdauer, Verbringungsgeschwindigkeit, Zuladung hinsichtlich notwendiger Personen und zugehörigen Materials, Verladbarkeit, Verlastbarkeit, Bewaffnung und Führungsanbindung sind nur einige von erheblich mehr operativen Faktoren, die es bei der Auswahl des jeweilig bestgeeigneten Boots zu beachten gilt.

„One fits all“ wäre ideal, ist aber ein unrealistischer Ansatz, sind doch zu viele Kompromisse einzugehen. Wer alles können will, kann letztlich nichts richtig. Nicht gleiche, aber gleichartige und auf einem grundlegenden Design basierende, modular einfach anzupassende Boote bieten die zentralen Vorteile der vielfältigen, spezifisch optimierten Einsatzoptionen sowie logistischer Einheitlichkeit.

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Die schwedische Saab-Docksta Werft entwickelte eine Familie von Booten, die – basierend auf dem gleichen Prinzip – das geeignete Fahrzeug für jeden spezifischen Zweck anbietet. Ihnen ist die flachgehende Rumpfkonfiguration aus Aluminium sowie der Antrieb mit Waterjets gemein. Das ermöglicht das ungehinderte Operieren nicht nur auf offener See, sondern insbesondere auch in Küstennähe, in Flusszufahrten sowie in Häfen.

Neben zivilen Ausführungen bietet Saab-Docksta zwei grundlegende militärische Bootstypen. Das Combat Boat 90 (CB 90) sowie die Interceptor Craft-Serie (IC 16/IC 20). 14 Nationen nutzen mittlerweile nahezu 400 dieser Boote für verschiedenste Einsatzzwecke. Von Flussoperationen über Grenz- und Drogenkontrolle bis hin zu militärischen Anlandungen bzw. Evakuierungen in „Littoral Operations“. In Deutschland sind zurzeit 11 Lotsenboote in ziviler Nutzung.

CB 90

Das schnelle CB 90 kann in diversen Ausführungen unterschiedliche Mengen von Soldaten und/oder Material verbringen, sowohl auf Hoher See wie im Küstenbereich, mit unglaublicher Geschwindigkeit und Manövrierbarkeit. ABC- und ballistischer Schutz mit Polyethylen-Faserverbundwerkstoffen bzw. Sicherheitsglas sind genauso realisierbar wie stabilisierte Multi-Kaliber Waffenplattformen und flexible Innenausstattung bis hin zur Bugrampe zum Anlanden von Truppen und kleinen Fahrzeugen. Diese Fähigkeiten sind einzigartig für ein Kampfboot dieser Größe. Zudem kann es problemlos auf dem Landweg, zu Wasser und in der Luft transportiert werden, z.B. im A400M.

Über 250 Einheiten sind derzeit weltweit im Einsatz. Da sie auf einer standardisierten Plattform basieren werden sie nicht nur für militärische Zwecke, sondern auch von Küstenwachen, Lotsen, Feuerwehren, SAR-Organisationen und der Umweltpolizei eingesetzt. Schweden ist der größte Nutzer. Jüngst wurden 18 weitere Boote der CB90 Next Generation in der modernsten Version „HSM“ für die Küstenschutzorganisation ausgeliefert.

IC 16 und IC 20

Das IC 16 Patrouillenboot wurde mit Unterstützung der schwedischen Marine entwickelt und ist auf die Verbringung größerer Mengen Soldaten und Material ausgelegt. Es ist eine besonders leise Ausführung (63 dB(A) im Steuerstand, 71 dB(A) im Transportraum bei 40 kn) und verfügt über Unterbringungsmöglichkeiten für längere Einsatzzeiten. Geringes Radarprofil sowieextreme Geschwindigkeit bei exzellenter Manövrierbarkeit zeichnet die Plattform für jegliche Art polizeilicher oder anderer Sicherheitsoperationen aus.

Das IC 20 als größere Schwester bietet noch mehr variable Einsatzmöglichkeiten für Patrouillendienste, Truppen- und Materialtransport sowie MEDEVAC. Mit bis zu 6 g Belastbarkeit kann das Boot bei Seegang 4 ohne Geschwindigkeitsreduzierung operieren.